Teil eines Werkes 
3. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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gehoͤrt hatte, und da er zum Himmel aufblickte,

da ward er zwey Himmels⸗Jungfrauen gewahr, beyde nun duftig und verſchleyert. Und beyde hoben, ihm winkend und ſich zaͤrtlich umſchlin⸗ gend, den aͤtheriſchen Schleyer, und er hoͤrte

ihre Stimme:„Nun ſind wir zwey wieder eins— und wir drey ſind es— und werden ewi es bleiben!“

Von nun an war aller Schmerz von ihm genommen; eine ſanfte Ruhe und ſtille Heiterkeit lebte in ſeinem Herzen; alles Irdiſche ſchien ihm keines Laͤchelns, keiner Thraͤne mehr werth; weder

Kummer noch Freude ruͤhrte ſein Herz.

Er begab ſich nach Italien zuruͤck, unter⸗ nahm waitn Naiſon hald zu Lande bald

See, und machte ſeinen Rahmen ſowohl im Ceés

binette, als im Felde, auf das ruͤhmlichſte be⸗ kannt. Doch fuͤhrte er mitten im Geraͤuſche des Lebens einen einſamen Wandel, und behielt manche Eigenheiten an ſich, die wider ſeine Abſicht die Neugier Anderer reitzten. Niemand durfte in ſein Cabinett, und gleichwohl betheuer⸗ ten ſeine Bedienten insgeheim, daß man oft Muſik und mehrere Stimmen daſelbſt ver⸗ nehme. 4

Es verbreitete ſich daher endlich ſogar das Geruͤcht, als habe er einen Umgang mit Ver⸗ ſtorbenen, und ſelbſt das geiſtliche Gericht maß