Teil eines Werkes 
3. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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290. geſehen und die Erfuͤllung ihrer Wuͤnſche vorher geſagt habe.

Allen ihr von Henarez zugeſprochenen Troſt, alle Hinweiſungen auf Hoffnung fuͤr dieß⸗ ſeits, beantwortete ſie nur mit ſanfter, ruͤhren⸗ der Zaͤrtlichkeit, und als bald darauf Mariani in ein ſchoͤneres Leben uͤberging, da ſchien die Hand des Todes auch ihre Bluͤthe zugleich mit beruͤhrt zu haben. Sie verbluͤhete, wie eine Blume, deren Staͤngel geknickt iſt, und ſenkte, wie jene, das ſterbende Haupt.

Die Betruͤbniß ihres Gemahls graͤnzte an Verzweifelung; wohin er ſich wandte, ſtiegen die Bilder ſeines unerſetzlichen Verluſtes vor ihm auf; Monden lang ſchloß er ſich ein, und ſprach mit keinem ſeiner Bekannten.

Endlich erholte er ſich wieder; ſein Bluͤthen⸗ leben war voruͤber; er war ſchnell zum Manne gereift, und fuͤhlte ſeine pflicht, nun auch Fruͤchte zu tragen.

Einſtmahls lockte ihn die Morgenſonne, die er lange gemieden hatte, wieder in das Freye. Er ſetzte ſich in die Naͤhe des Marmorbrunnens, und heftete ſein Auge nachdenkend auf den ſo ſchoͤnen Erinnerungen geweihten Boden.

Da regten ſich ploͤtzlich alle Wipfel, und wohl bekannte Toͤne drangen an ſein Ohr, doch noch weit ſchoͤner und geiſtiget, als er ſie jemahls