Teil eines Werkes 
3. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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„Ich wollte dich mit Blumen wecken, lieber Langſchlaͤfer!“— ſagte ſie in aller Glorie einer jungen Frau—„aber am Brunnen uͤberfiel mich wieder der unwillkuͤhrliche Schlaf. Doch habe ich mich waͤhrend dieſes Schlummers im tiefſten Hintergrunde meiner Seele ſelbſt wie⸗ der geſehen, und das Echo meiner Stimme hat mir geſagt, daß ich nun lange, lange nie an⸗ ders ſchlummern werde, als nur da, wo ich es ſelbſt will— in deinen Armen, geliebter Juͤngling!“*

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In ungetruͤbter Gluͤckſeligkeit verfloſſen nun den jungen Vermaͤhlten einige Jahre, bis der Tod die edelſte der Freundinnen, die ſanfte Jrene, von ihrer Seite riß. Von dieſem Augen⸗ blicke an fuͤhlte auch Medora eine unbeſchreib⸗ liche Sehnſucht nach dem Tode; ſie konnte ſich oft des Gedankens nicht erwehren, daß ihr Henarez eine ſtille Sehnſucht nach ihrer himmliſchen Schweſter hege, die, wie ſie glaub⸗ te, mit ihr bald eins, bald aber auch von ihr getrennt ſey; alle Schwaͤrmereyen ihrer erſten. Jugend kehrten zuruͤck, und endlich entdeckten ſie ſogar ihrem Geliebten, daß ſie ſich ſelbſt wieder

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