286
„Von dieſer letztern aber— denn ich will ihre Rachſicht gegen ſolche Unglaublichkeiten nicht laͤnger mißbrauchen— koͤnnte ich noͤthigen Falls mit einem Eide bekraͤftigen, daß ich mehrmahls, wenn ſie ſchlief, ein ihr ganz aͤhnliches Luft⸗ gebild neben ihr erblickt habe, daß ſie noch jetzt zuweilen in eine ſonderbare Starrſucht verfaͤllt, daß ſie von je Dinge wußte, die weit uͤber ihre Jahre gingen, und daß ſie ſtets das Beſte er⸗ waͤhlte, wenn ſie das befolgte, was ſie, wie ſie glaubt, ſich ſelbſt im Traume gerathen hat.“
Hiermit beſchloß Irene ihre Erzaͤhlung, und reichte dem in tiefes Nachdenken verſunkenen Henarez die Hand, um nach dem Landhauſe zuruͤck zu kehren.
Henarez hatte nun doch wenigſteus eine Art von Erlaͤuterung, und begnügte ſich um ſo mehr, die Geheimniſſe der Geiſterwelt vor der Hand einzig und allein den Geiſtern zu uͤber⸗ laſſen, je mehr ihn die ſchoͤnſte Wirklichkeit ſchon hiernieden in hoͤhere Zonen verſetzte. Dachte er bey den Kuͤſſen der reitzendſten Braut ja wieder an die Einwirkungen eines hoͤheren, verſchwi⸗ ſterten Weſens, ſo umarmte er doch jetzt ſeine Medora eben wegen dieſer Beruͤhrung mit


