Teil eines Werkes 
3. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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233 ihnen vermuthlich ſchon bekannt. Kurz vor ihrem Tode rufte ſie mich zu ſich, und erzaͤhlte mir mit Sammlang aller Lebensgeiſter, was ſie zu jenem ſtandhaften Entſchluſſe geſtärkt habe. Es ſey ihr naͤhmlich ein Engel erſchienen und habe ihr ver⸗ kuͤndigt: Von dieſen beyden, noch vereinigten Leben ſey nur eines zu retten; doch, wenn ſchon der Lebensfaden des einen Kindes fruͤher abge⸗ riffen werden muͤſſe, um nicht Mutter und Kin⸗ der zugleich zu verderben, ſo habe doch die Ge⸗ benedeyte das Gebet der Flehenden erhoͤrt, und es ſolle auch der koͤrperloſen Seele geſtattet wer⸗ den, irdiſch zu wandeln, und jede reine Freude der Kindheit und Ingend zu genießen, doch alſo, daß ſodann das Leben der Schweſter einen Stillſtand mache, und nur ſo lange, bis die Ruͤckkehr der Himmelsbewohnerinn die Ruhe der Erdentochter ſtoͤren koͤnn

„Dieß ungefaͤhr kounte ich mir aus den, zu⸗ weilen unverſtaͤndlichen Reden meiner ſterbenden Freundinn zuſammen ſetzen, und da ſie ſich ſelbſt mit einem frommen Blicke gegen Himmel der verſchmachtenden, von einem Engel geſtaͤrkten Hagar verglich, ſo iſt dieß Bild fuͤr den Altar gewaͤhlt worden, wobey denn der Kuͤnſtler aus eigenem Antriebe den himmliſchen Geſandten nach Medora gemahlt hat. a

E.