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„Denken ſie ſich ſelbſt, wenn ſie es vermoͤ⸗ gen, unſere Angſt, unſer Entſetzen. Die faſt ganz ſchon entkraͤftete Helena ſank vor Schre⸗ cken in eine todtenähnliche Ohnmacht; und als ſie ſich wieder erholte, beſiegte ſie ihren Schmerz mit wahrhaft heldenmaͤßiger Standhaftigkeit, und betete laut zu einem, uͤber ihrem Bette haͤn⸗ genden Bilde der heiligen Jungfrau von Kaſſope, beyde Leben zu retten, waͤre es auch mit Verluſt ihres eigenen.“
„Sie ſank aufs neue in einer Art von Be⸗ wußtloſigkeit auf die Kiſſen zuruͤck, und ſchien einige Augenblicke ſanft zu ſchlummern. Dann richtete ſie ſich wieder auf; ihr Auge ſchien mun⸗ ter, alle ihre Lebensgeiſter geſtaͤrkt. Mit be⸗ wundernswürdiger Feſtigkeit befahl ſie nun der Wehmutter, zu thun, was nicht zu vermeiden gehe.“
„Dieß geſchah denn, mußte aber freylich dem Mutterherzen doppelt ſchmerzhaft ſeyn, weil beyde Kinder, das todte ſowohl, als das lebende, ſchoͤn, wie kleine Genien, und dabey einander ſo aͤhnlich waren, wie zwey Roſenknoſpen von gleichem Al⸗ ter und an einem Staͤngel.“ 5
„Daß Helena, durch dieſe ſchreckbaren Er⸗ eigniſſe voͤllig entkraͤftet, ihre Entbindung nur einige Wochen uͤberlebte, und mit ihrem Kinde unter dem Altare der Capelle begraben liegt, iſt


