Teil eines Werkes 
3. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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„Ihre Fantaſte hatte ihr naͤhmlich vorge⸗ piegelt, ſie ſitze in einer Laube und betrachte mit ſtillem Wohlgefallen ihren Trauring. Auf dem Mittelſteine desſelben, einem gelben Hiaeinth von der ſeltenſten Groͤße und Schoͤnheit, zeige ſich, wie in einem Spiegel, ein laͤchelndes, ſich umarmendes Kinderpaar, doch das eine von ihnen nur wje ein Schatten, mit blaſſen, un⸗ dentlichen, aber von einer Glorie umgebeuen Zuͤgen, das Andere hingegen mit friſchen, bluͤ⸗ henden Wangen

„Ueber die Deutung dieſes Traumes hatte⸗ ſie einen alten Popen befragt, und dieſer war unklug genug geweſen, der Zagenden ihre erſte Niederkunft als ſehr ſchwer, die zweyte aber gluͤcklicher zu prophezeihen.“

„Bey alle dem ſchien jetzt etwas von dieſer Traumdeutung in Erfuͤllung gehen zu wol⸗ len.*

„Das reitzende Weib, das noch jetzt wie eine Geſtalt aus hoͤheren Regionen mir vorſchwebt, litt unbeſchreiblich; erſt nach Verfluß mehrerer ſchrecklichen Stunden entdeckte uns die ſehr er⸗ fahrene Wehmutter mit Zittern, daß eine Zwil⸗ lingsgeburt zu erwarten, aber, weil beyde Kin⸗ der ganz mit einander verſchlungen waͤren, eine Entbindung unmoͤglich ſey, wenn nicht eins der⸗ ſelben vorher getoͤdtet werde.*