282. 4 Augenblicke verlaſſe. Gibt es doch unterdeß noch ſo manches zu beſorgen, was meine Ireue bey der Schnelligkeit dieſer Hochzeitsfeyerlichkeit un⸗ moͤglich anordnen konnte, und doch ungern ver⸗ miſſen wuͤrde.“ 1 Mit erkuͤnſteltem Frohſinn huͤpfte ſie fort, und warf ihrem Henarez noch manchen Kuß aus der Ferne zu.
nn
„Die liebe, zarte Seele hat recht,*— fiel nunmehr Irene ein—„daß ſie Dinge zu ver⸗ geſſen ſucht, die doch nur zu einem unnuͤtzen, die Sinne verfuͤhrenden Gruͤbeln Anlaß geben koͤnnen. Auch was ich ſelbſt ihnen zu erzaͤhlen fuͤr Pflicht halte, iſt wenig, und leitet nur hoͤch⸗ ſtens auf entfernte Vermuthungen.“
„Sie wiſſen vielleicht ſchon, daß ich, als die vertrauteſte Freundinn von Medora's Mutter, bey ihrer Niederkunft zugegen war.“
„Sie ſah derſelben ſchon lange vorher mit unglaublicher Beaͤngſtigung entgegen, nicht bloß, weil Mariani entfernt, und vielleicht toͤdtli⸗ chen Gefahren ausgeſetzt war, ſondern auch, weil ſchon in der erſten Racht nach ihrer Vermaͤh⸗ lung ein ſonderbares Traumgeſicht ſie geſchreckt hatte.“


