Teil eines Werkes 
3. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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—. 28* fucht, diefer wunderbaren Ermattung und Be⸗ taͤubung zu widerſtehen, aber niemahls iſt es mir gelungen.

Nicht ſelten erſcheine ich mir dann ſelbſt im Traume, wie in einem Spiegel oder durch einen Flor, nur iſt mein Zild leichter, luftiger, zerfließender— etwa ſo, wie es hier auf dem Kryſtall des Brunnens ſchwebt“—— Medora beugte ſich bey dieſen Worten, den Geliebten umſchlingend, uͤber die reine Flaͤche des Waſſers, und ſetzte dann mit der hinreiſſendſten Innigkeit hinzu—„auch wohl noch ſchoͤner, als dieſe deine Medora. Dann ſage ich mir, was mir begegnen wird, und was ich ſelbſt dabey thun ſoll, wie — dieſen Morgen. KNicht ſelten ſcheine ich mir aber auch außer mir ſelbſt zu ſchweben, und mit leichter Bewegung uͤber die Spitzen des Graſes und der Blumen dahinzuwallen, ohne ſie im min⸗ deſten zu kruͤmmen. Selten dauert ein ſolcher Zu⸗ ſtand uͤber eine halbe Stunde, und oftmahls wuͤrde ich ſelbſt nicht wiſſen, daß er mir wieder begegnet ſey, fuͤhlte ich nicht eine gewiſſe Traͤg⸗ heit, eine meine Kraͤfte aufloͤſende, doch nicht unangenehme Ermattung. Dir mehr davon zu

entdecken, bin ich nicht vermoͤgend. Was Jrene

davon glaubt, wuͤrde mich jetzt vielleicht auf's neue mit Furcht und Tiefſinn erfuͤllen; darum erlaube deinem Maͤdchen, daß ich dich auf wenige