276 teten Armen vor Braut und Brautfuͤhrerinn nieder—„fuͤhrten die Himmliſchen den Augen⸗ blick meines Gluͤcks ſchon herbey? taͤuſcht mich kein zauberiſches Traumgeſicht 5
Irene blickte wohlgefäͤllig auf ihn herab, ſah verſchaͤmt zur Erde und ſchwieg; Medo⸗ ra's Geſicht gluͤhte mit noch hoͤherem Roth, als ihr Guͤrtel; ſie ſprach mit niedergeſchlagenen, thraͤnenfeuchten Augen:„Es iſt mir geheißen— ich folge dir, wohin du mich fuͤhrſt!“
Schweigend, doch mit lautpochender Bruſt, wandelten ſie, nur von der ſchwarzen Selavinn⸗ und einigen andern Dienerinnen begleitet, Arm in Arm nach der Capelle; die Thuͤren rauſchten auf; Mariani im zeiſtlichen Ornat ſtand vor dem Altar.
Der Eintritt in den kleinen, aber mit nicht geringer Kunſt und Pracht erbauten Tempel verſetzte ſie alle in noch ernſtere Stille, in noch wehmüuͤthigere, ſußere Beklommenheit. Die ho⸗ hen Fenſter waren faſt ganz von den ſie auswaͤrts⸗ umgebenden hohen Baͤumen verdnnkelt; nur eine weiß⸗alabaſterne Lampe und das durch die offene Kuppel fallende Morgenlicht erhellten die liebli⸗ che, feyerliche Daͤmmerung. Medora's Buſen wallte in ſchnellen Schlaͤgen; Irene bedeckte⸗


