258 „äEr iſts! ſie iſts!“— ſchrie in ausſchweifen⸗ der Freude Maclean—„mein edler Bruder! mein trefflicher, ungluͤcklicher Renald! Ich habe ſeine Tochter, meine holdſelige Richte, gefunden!“
Lange dauerte die Umarmung der Glüͤcklichen, lange dieſer entzuͤckende Rauſch. Dann erſt be⸗ trachtete und erklaͤrte man alles genauer. Eine Familien⸗Aehnlichkeit des maͤnnlichen Bildes mit Edward war nicht zu verkennen; er hatte fruͤher Renalds Geſchichte, bloß, um das fuͤr ihn ſchon beſorgte Mädchen nicht noch mehr zu bekuͤmmern, nue als die Geſchichte eines jugendlichen Freun⸗ des erzaͤhlt; die wenigen Worte, die Renald ſei⸗ nem alten Jaͤger, ohne ſte vollenden zu koͤnnen, mit brechendem Munde zugefluͤſtert hatte, waren nun hinlaͤnglich erklaͤrt; ja, ein halb zerriſſenes Billet, worein die Medaillons gewickelt waren, wurde von Edward auf den erſten Anblick fuͤr Renalds eigene Handſchrift erkannt.
„So ſieh doch nur, Zweifler!“— rief Mac⸗ lean Alwill'n zu—„ſo ſtehe doch nicht ſo ſtumm! ſo freue dich doch mit uns! Wirſt du mir gehor⸗ chen? Bin ich jetzt nicht der gutherzige Onkel, oder ſteht es nicht in meiner Gewalt, dir die Hand meiner Nichte, der reichen Erbinn meines Renalds, zu gewaͤhren oder zu verſagen 25
Aber der liebende Alwill ſchwieg keineswegs aus zu weit gehender Zweifelſucht, ſondern nur
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