Teil eines Werkes 
2. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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Gottes, den ich dir mit vaͤterlichem Herzen er⸗ flehe, auf dir ruhen dein Lebelang!*

Dieß war der Inhalt des von dem alten Ca⸗ plan geſchriebenen Briefes.„Weiter! weiter!“— rief der ungeduldige Maclean der ſanft gerüͤhrten Mally zu. Man ſchlug ein zweytes, zuſammen gefaltetes Papier aus einander; Mally fuhr nach

einem goldenen Medaillon mit dem Bildniß einer

Dame, Edward nach inem aͤhnlichen mit dem Bruſtbild eines jungen Mannes in Hochlaͤndiſcher Tracht.*)

„Gott!“— ſagte das in den Anblick verlorne Maͤdchen—„das iſt die Dame, die mir die Roſe gab; ſo war ſie gekleidet; ſo blond war ihr her⸗ abwallendes Haar!“*

*) Die vollſtändige Hochländiſche Tracht beſteht aus einer kurzen Jacke von Wollentuch, die in lauter Vierecken von den brennendſten Farbe n gewe ebt iſt; aus dem Philabeg oder Kilt, einer Art kurzen Unterrocks von demſelben Zeuge; aus Halbſtrümpfen, die nicht ganz bis ans Knie reichen und roth und weiß geſchacht ſind; und in einer Taſche aus Ottern⸗oder Fuchs⸗ Fell. Ihren Mantel, Plaid genannr, wiſſen die Hochländer mit vieler Anmuth über die Schulter zu falten; ſtatt des Huts tragen ſie eine blaue Mütze mit rothen und weißen Rändern, oft mit einer Feder ver⸗ ziert; im Gürtel einen Dolch oder Dirk Dieſe ganze Tracht iſt ſehr mahleriſch und kleidet wohlgebildete Män⸗ ner ſehr vortheilhaft.