259 aus gar zu großer Ueberzengung, und— hoher Muth iſt ja nicht Hochmuth, Delicateſſe nicht Stolz!— aus Gewißheit, daß er in dieſem Au⸗ genblicke das Gluͤck ſeines Lebens, daß er Mally verloren habe; daß er, der arme Dichter, ohne Amt, ohne gewiſſe Ausſichten fuͤr die Zukunft, auf die Hand der vornehmen und reichen Schott⸗ länderinn Verzicht thun muͤſſe.
Furchtſam, doch mit edler Reſignation, aͤn⸗ ßerte er, da Edward und Mally immer heftiger in ihn drangen, einige dahin abzielende Worte; aber man kann leicht denken, wie dieſe von dem zaͤrtlichen Maͤdchen, von dem großherzigen Schot⸗ ten aufgenommen wurden. Faſt kam es unter die⸗ ſen Dreyen zum erſten Mahle zu bittern Vorwuͤr⸗ fen und heftigem Streite; wollte Alwill am Ende wohl oder uͤbel, er mußte dem gutherzigen Onkel die Hand geben, er mußte ſich von der ſchoͤnen Nichte, die ſich ſonſt nur von ihm kuͤſſen ließ, als Braͤutigam kuͤſſen und uͤberreden laſſen, kuͤnf⸗ tig ganz ſorgenfrey nur der Liebe und den Muſen
zu leben.
Die Abreiſe nach Mally's und Maeclean's Vaterlande, nach dem Lande Alwills fruͤher Sehn⸗ ſucht, wurde in Kurzem gemeinſchaftlich ange⸗ treten; Mally's Dankbarkeit uͤberließ den alten Verwandten die Leibrente und was ſonſt von ih ren Habſeligkeiten Werth hatte.


