Teil eines Werkes 
2. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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255 aus unbekannten Gruͤnden aͤußerſt wohlwollte, und dieſe Vermählung fuͤr das dienlichſte Mittel anſah, gewiſſen, von ihm gehaßten Seitenverwandten ſeine Guͤter zu entreiſſen. Ihr Vater, der die⸗ ſen betraͤchtlichen Vortheil auf keine Weiſe aus den Haͤnden zu laſſen geſounen war, gerieth bey⸗ nahe in Wuth, als er die Nachricht erhielt, daß die heimliche Ehe ſeiner Tochter nicht ohne Folgen ſey. Er beſchloß alles aufzubieten, um dieß wenig⸗ ſtens geheim zu halten. Schon fruͤher war es ihm gelungen, die junge Dame dem Geliebten zu ent⸗ reiſſen; jetzt ließ er ſie, dem aͤußern Vorgeben nach, einſtweilen in ein Kloſter, aber der Wahr⸗ heit gemaͤß auf ein weitentferntes, faſt gaͤnzlich in Truͤmmern liegendes Stammgut bringen. Einige Ziminer waren der Jagd halber immer noch

in brauchbarem Stande erhalten worden Miamnees

erfuhr damahls Stand und Nahmen der Ungluͤckli⸗ chen; ja man trieb die Furcht und Vorſicht ſo weit, daß die Bedauernswerthe ſtets eine ſchwarze⸗ kuͤnſtlich verſchloſſene Maske vor dem Geſichte tragen mußte.“ „Als ich dich getauft hatte, wardſt du mir als Pflegekind uͤbergeben; meine alte Magd ward deine zweyte Mutter. Dein hartherziger Großvater hat niemahls etwas fuͤr dich gethan, und nie haſt du etwas von ſeinem Nachlaſſe zu erwarten. Seine Erbitterung gegen deinen Vater hat er auch auf