Teil eines Werkes 
2. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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254 men, und ich uͤberlaſſe es nun ihnen insgeſammt, die weitere Unterſnchung ſelbſt anzuſtellen.“*

Mitt dieſen Worten ſchob ſie Alwill das Kaͤſt⸗ chen in die Hand. Man oͤffnete begierig den De⸗ ckel, und fand unter der Baumwolle, in welche die Roſe eingewickelt geweſen war, zuerſt einen Brief mit der Ueberſchrift:„An meine Pflege⸗ tochter Amalie.“ Alwill bat aus Vorſicht um Er⸗ laubniß, ihn erſt ein wenig durchzulaufen, und las ſodann laut:

„Was ich dir von deiner Geburt entdecken kann, liebes Kind! iſt wenig und unvollſtaͤndig. Dein muͤtterlicher Großvater war, wie ich erſt ſpaͤterhin erfahren habe, der vor Kurzem mit Tede abgegangene Miniſter von******, der vor⸗ mahlige Beſitzer der Herrſchaft D**r*r*r, Deine

Mutter hatte in einer unglücklichen Stunde die

Pflichten des kindlichen Gehorſams uͤbertreten, und ſich mit einem jungen Manne, dem ihr Va⸗ ter ihre Hand verſagte, in einem Graͤnzdorfe heimlich trauen laſſen. Dieſes gab Veranlaſſung zu einem Zweykampfe, in welchem dein Vater auf dem Platze geblieben ſeyn ſoll. Auch dein Groß⸗ vater ward ſchwer in demſelben verwundet.“

„Deine Mutter hat fuͤr ihren jugendlichen

Fehltritt lange und hart gebuͤßt. Sie war ſchon in ihrer fruͤheſten Jugend mit dem bejahrten Fuͤr⸗

ſten von Crr*erer verlobt, der ibrer Familie