239 Inneres heimlicher, inniger, als vorher. Erſt ſpäͤterhin haben wir erſahren, daß das zaͤrtliche Maͤdchen, um die ihrigen nicht zu bennruhigen, von dieſer Zeit an zuweilen heimlich Noth auf⸗ gelegt habe.“
„Doch auch von ihrer Liebe zur Einſamkeit, von ihrer insgeheim beobachteten Zuruͤckgezogen⸗ heit, ließ ſich bald eine natuͤrliche Veranlaſſung ausfindig machen. Kurze Zeit darauf, als wir in das Schloß meines Oheims wieder eingetroffen waren, erhielten wir den Brſuch eines Vetters, Allan Maelean, deſſen naͤhere Beranutſchaft wir auf der Reiſe gemacht hatten. Er bewarb ſich nach wenigen Tagen um Maloinag's Hand. Da ſein Vermoͤgen ſehr anſehnlich und ſein Cha⸗ rakter eben ſo lichenswuͤrdig war, als ſeine Perſon, ſo wurde ſein Antrag von dem Oheime
ſehr ehrenvoll⸗ aufgenommen, und die Ent⸗
ſcheidung wegen der Jugend meiner Schwe⸗ ſter nur bis zur Ruͤckkehr des erſtgebornen Bru⸗ ders ausgeſetzt. Malvina und Allan ſchienen ſchon ſich ſeit dem erſten Zufammentrefſen heimlich, doch deſto inniger geli⸗ be zu haben.“*
„Es vergingen andrethalb Jahre in unge⸗
ſtoͤrter Ruhe, waͤhrend die Lilie immer ſchoͤner aufzubluͤhen ſchien. Der abweſende Bruder hatte bereits ſchriftlich ſeine Einwilligung gegeben,


