Teil eines Werkes 
2. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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Aberzeugen, daß ja gar kein Grund vorhanden ſey, um gerade das Schrecklichſte zu fuͤrchten. Sanft weinend verließ ſte den geiſtvollen Fremd⸗

ling, um, wie ſie ſagte, ſeiner Gemahlinn bey

der Graͤfinn beyzuſtehen.

Doch nicht immer iſt alles, wie es ſcheinet;

der Tiefe eines weiblichen, ſchwer beaͤngſtigten Buſens, zumahl wenn er ein vor aller Welt zu

verbergendes Geheimniß in ſich ſchließt, gelingt

es nicht ſelten, ſelbſt den ſcharfſichtigſten Men⸗ ſchenkenner zu hintergehen.

Erſt in einer halben Stunde nach dieſe terredung fand ſich Maria bey der Graͤfinn ein; ihrer und der Zuſprache der trefflichen Doris wich

nach und nach Sophiens druͤckendſter Kummer; die gebeugte Mutter gab wieder der Hoffnung Gehoͤr und ließ ſich bemerkbar machen, daß einſt⸗ weilige Trennung ja nicht eben immerwaͤhrende ſeyn muͤſſe. 3

Eine leichte angenehme Unterhaltung wurde nun von den Gaͤſten herbey gefuͤhrt; das hochan⸗ ziehende Geſpraͤch des Dichters, die ſittſame Sanft⸗ muth ſeiner Gattinn, ihr und Maria's Lauten⸗ ſpiel und Geſang, die Gefaͤlligkeit und ritterliche Artigfeit der beyden Vettern, riefen, wie mit

Heiterkeit in t das Schloß zuruͤck.

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magiſcher Kraft, wo nicht Frohſinn, doch ttille