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Obwohl Canitz, der getroffenen Verabre⸗ dung gemaͤß, die Ankunft der beyden jungen Grafen wenigſtens am folgenden Tage erwartete,
blieben ſe doch wider Erwarten auch noch den zweyten Tag aus. Am dritten Morgen hingegen kam die Nachricht auf das Schloß, daß der Auf⸗ bruch des Heeres durch eine veraͤnderte Ordre be⸗ ſchleunigt worden ſey, und der Durchmarſch ei⸗
niger Regimenter eheſtens bevorſtehe; und kanm
hatte man dieſes erfahren, als auch die, dem Heereszuge vorausgeeilten Grafen in ihrer neuen Oberſten⸗Uniform und mit vielen Handpferden auf dem Schloſſe eintrafen.
Wer jemahls mit geliebten Freunden und Verwandten auf kurze Zeit zuſammen kam, um ein Abſchiedsfeſt zu begehen, wird es leicht fuͤh⸗ len, daß die Freuden der Bewillkommnung mit einem ſehr herben Zuſatze verſetzt waren, und die Unterhaltung bey und nach der Tafel oft ſtock⸗ te. So maͤnnlich Canitz und die beyden Burggra⸗ fen ſich bis gegen Abend kenahmen; ſo ſchlau die verſtaͤndige Doris jedes Geſprach abzubrechen wußte, was verborgene Wunden auch nur von fern beruͤhren konnte; ſo geſchickt die beyden Vettern gleichguͤltige oder angenehme Gegen⸗
Kaͤnde auf die Bahn brachten, ſo wurde die er⸗
zwungene Unbefangenheit doch mier zu ſichtbar, um nicht druͤckend zu werden, und die gauze 3 8*)


