Teil eines Werkes 
2. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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Die ehrwuürdige Burggraͤfinn hatte kaum die willkommenen Gaͤſte nach Wuͤrde empfangen und

der Freundſchaft ihrer theueren Doris auch Ma⸗

rien dringend empfohlen, als ſie, nun zu eini⸗ ger Ruhe und Beſinnung gelangend, etwas von dem zwiſchen Canitz und ihren Soͤhnen geſchloſ⸗ ſenen Bunde von fern ahndete.—„Canitz!“— ſagke ſie und zog den geehrten Freund an das Feuſter—„reden ſie aufrichtig— ohne Umge⸗ hungen! Ich habe mich heute in der Gruft der Meinigen zu großer Ertragung geſtaͤrkt— Brin⸗ gen ſie mir nur ſich ſelbſt, nur Freude 25 Sie ſchienen ſich ſelbſt zu taͤuſchen, theuere Graͤfinn!“— erwiederte Canitz—„ſcheinen ſich fuͤr ſtaͤrker zu halten, als ſie ſind; denn ſie be⸗ ben, obſchon ſie dieſes verbergen, vor etwas Un⸗ gewiſſem, vor etwas, das in den Haͤnden der allwaltenden Vorſicht liegt. Geſetzt auch, es waͤre ein Theil ihrer Beſorgniß gegruͤndet— erlebten ſie nicht ſchon oͤftere Trennungen, die ſie einem ſeligen Wiederſehen entgegen fuͤhrten?* „Dieſes: Geſetzt, iſt mir fuͤrchterlich. Sollte es eintreffen,— ſollte es— ſo irgend eine Ahn⸗ dung ſagt mir ſeit geſtern, ich werde meine Soͤhne, oder ſie mich hiernieden nicht wieder finden!*

„Bey ruhigerer Stimmung wuͤrden ſie nicht 15 an Ahn ungen glauben!— Doch ſie haben mich

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