Die ſanfte Gattinn antwertete nur, ſich an ihn anſchmiegend, durch einen Blick ihrer ſeelen⸗ vollen Augen, aus welchen Wehmuth und Freude blitz e. Sie hatte die Graͤfinn Dohna gleich das erſte Mahl, da ſie ihr vorgeſtellt ward, achten und lieben gelernt, und ſtand mit ihr in einem ununterbrochenen Briefwechſel. Dieſer verehrten Freundinn jetzt den Zoll der reinſten Zuneigung darbringen zu koͤnnen, ihren Kummer lindern zu helfen, konnte dieſes auch nicht ohne ſchmerzli⸗ ches Mitgefuͤhl geſchehen, ſchien ihr die drin⸗ gendſte Pflicht der Weiblichkeit, und eine Hand⸗ lung, die ihren Lohn in ſich ſelbſt finde.
So wurde denn verabredet, daß Canitz und ſeine Gemahlinn vorausfahren, die beyden Soͤhne aber folgen ſollten. Theils um anfaͤnglich noch mehr den Schein eines unabſichtlichen Beſuches zu gewinnen, theils auch um das Haus der Schwer⸗ muth mehr zu beleben und Mutter und Braut mehr zu zerſtreuen, bath er ſeine juͤngeren Vet⸗ tern, Johann Georg und Otto Ludwig, die beyde auch im Brandenburgiſchen Heere dien⸗ ten, ihm Geſelſchaft zu leiſten. Dieſe hingen an ihm mit allem Feuer der Jugend, und ſchaͤtz⸗ ten jeden Augenblick fuͤr verloren, den ſie nicht in ſeinem und ſeiner Doris Umgange zubringen konnten; ſie waren daher augenblicklich zu Er⸗ fuͤllung ſeines Wunſches bereit.


