28 ihres Wuchſes, und vorzuͤglich die ganz ungewoͤhn⸗ liche, blendende Weiſe ihrer Haut, Sophien in die Augen ſielen, blieb dieſer kein Zweifel mehr uͤbrig.—„Doris von Canitz!“— rief ſie aus, und breitete ihr die Arme, wie einer holden, himmliſchen Erſcheinung, entgegen.—
Eitler Wahn des Nachruhmes, wohl gar der Uuſterblichkeit, womit oft die Mitwelt ihren Dichtern ſchmeichelt, womit dieſe oft ſelbſt, im ſuͤßen Rauſche der Fantaſie, im ſtillen Bewußt⸗ ſeyn edlerer Ankunft, ſich uͤber eine Gegenwart erheben! Wie ſo leicht, ihr bemitleidenswerthen Glucklichen, laßt ihr euch durch den Sirenen⸗ geſang derer, die euch lieben und achten, zu der ſtolzen Hoffnung verlocken, auch die ſpaͤte Nach⸗ welt werde euch dankbar nennen! 3
Aber oͤffnet doch euere Augen, greift in eueren Buſen, und fragt euch, welcher Lohn euch ſelbſt
von den Zeitgenoſſen zu Theil wird? Mag euch.
ein ſchoͤn uͤberraſchtes, aber„ft eben ſo ſchnell vorüberwallendes Gefuͤhl, ofßer blindes Nach⸗ ſchwatzen, vergoͤttern; die meiſten ſuchen bey euch doch nur Ausfuͤllung ihrer müͤßigen Stun⸗ den, und wohl keiner empfindet, was ihr empfan⸗ det, keiner freuet ſich euerer Freude, keinen bekuͤm⸗ mert euer Kummer!
Seyd ihr dann allen irdiſchen Leiden und
Freuden, und dem werthloſen Lohe der Schmeich⸗
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