Teil eines Werkes 
2. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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20 Ehre nicht erlaubte, ſeinen Abſchied zu forderu, ward beſchloſſen, die Bekanntmachung der vor⸗ habenden Verbindung annoch aufzuſchieben. Doch die, nur durch eine leiſe Beſorgniß zu⸗ weilen getruͤbte Ruhe des Landlebens wurde ploͤtzlich auf das unſaufteſte unterbrochen, da ein Eilbothe die beyden jungen Grafen ſchleunigſt nach Berlin berief. Zwar ſtellten ſich beyde

ſehr gleichguͤltig, und wendeten eine unbedeu⸗

tende Urſache vor; allein die Augen der bekuͤm⸗ merten Mutter, die ſanfte Zaͤrtlichkeit der jun⸗

gen Verlobten, waren zu ſcharfſichtig, um nicht

zu errathen, daß wahrſcheinlich ihren Hoffnungen der gefuͤrchtete Sturm drohe.

Dieſe Beunruhigung erhielt auch nach Verfluß einer Woche keinen geringen Zuwachs, als die Grafen meldeten, der Kaltſinn, welcher bisher zwiſchen dem Kaiſerlichen und Churfuͤrſtlichen Hofe obgewaltet, ſey durch kluge Unterhandlun⸗

gen beſeitigt, und es ſtehe nicht mehr im Zwei⸗

fel, daß Brandenburg bey dem naͤchſten Feldzuge wenigſtens acht tauſend Mann in das Feld ſtellen

werde.„llebrigens“— ſetzten ſie hinzu—„wuͤr⸗

4 den ſi ſie mit naͤchſtem perſoͤnlich auf dem Schloſſe eintreffen, um Ueberbringer einer ſehr angeneh⸗

men und erhebenden Nachricht zu ſeyn!*

Dieſes troͤſtlichen Schluſſes ungeachtet, war doch der erhaltene Brief fuͤr das Herz der Mut⸗

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