Teil eines Werkes 
2. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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19 daß er nun um ſo eher, daß er gewiß recht bald auf dem Schloſſe eintreffen werde, um von dem Entzuͤcken des Brautpaares, das die ſchoͤnſten Rei⸗ gungen ſeines eigenen Herzens in ſich vereine,

einen Augenzeugen abzugeben, und ſich ganz der Freude zu uͤberlaſſen.

In der That traf er auch nach einigen Wo⸗ chen auf dem Gute ein, und war er ſchon laͤngſt als der angenehmſte, witzigſte Geſellſchafter, als der Beleber aller gebildeten Kreiſe bekannt; ſo dachte er jetzt auf nichts, als wie er ſeinem Bru⸗ der die herzlichſte Liebe, der Braut aber die hoͤchſte Achtung, die treueſte Ergebenheit, durch mancherley Feſte an den Tag legen koͤnne. Der ſtille Witwenſitz verwandelte ſich unter ſeiner Veranſtaltung in einen Schauplatz unmittelbar hinter einander folgender Vergnuͤgungen; er ſelbſt ſchien der Gluͤckliche, dem die reitzendſte aller Braͤute zu Theil worden ſey!

So genoß denn Sophie der ungetruͤbteſten Freuden, und ſahe ſich, da auch nach einiger Zeit die Einwilligung von Maria's Vater ein⸗ ging, an dem Ziele ihrer Wuͤnſche. Nur weil es noch ungewiß war, ob der Churfuͤrſt in dem be⸗ vorſtehenden Jahre dem Kaiſer mehr Huͤlfsvoͤlker gegen die Tuͤrken ſchicken werde, als wozu ſeine reichsſtaͤndiſche Verpflichtung ihn verband, und dem Grafen Carl in dieſem Falle das Geſetz der