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3 172 „Was iſt ihnen“— hub Dietrich mit der feurigſten Theilnahme zuerſt an, da aus ihren zur Erde geſchlagenen Augen eine Thraͤne uͤber die Wange perlte—„was iſt ihnen, edles Fraͤu⸗ lein, oder— wie ſoll ich ſie ſonſt nennen 27 „Nichts, nichts, Herr Graf!“— erwiederte das Fraͤulein mit einer Unruhe, als waͤhnte ſie den Gegenſtand ihres, fuͤr die Wuͤnſche der verehr⸗
ten Freundinn zum Himmel geſandten Gebeths
errathen— nur die Freude— die Sehnſucht meiner zweyten Mutter, meine Ungeduld— o je⸗ der hier verlorene Augenblick waͤre ein Raub an dem Herzen der edelſten Freundinn!“
Sie ſtand im Begriffe, voraus zu eilen; die beyden Grafen, die nur an der Stimme die zur holdeſten Jungfrau heran gereifte Maria wieder erkannten, beſtuͤrmten ſie mit den zaͤrtlichſten Bitten, noch ein wenig zu verziehen, und ent⸗ deckten ihr mit ganz aus der Seele ſtroͤmender Beredſamkeit die Abſicht, ſie zur Vermittlerinn der erſten Wiederumarmung zu machen.
„O trefflich, herrlich!“— verſetzte Maria mit tiefer Empfindung—„Der Graͤfinn Wahl⸗ ſpruch: Wohl dem, der Freude an ſeinen Kinder erlebt! geht in die ſchoͤnſte Erfuͤllung!“.
Sie erzaͤhlte hierauf den beyden Bruͤdern, daß ihr letzter, Freude verkuͤndender Brief richtig
1 angefommen ſey! daß die Graͤfnn, um nur die


