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in die Schatten der dahin fuͤhrenden Linden⸗Allee; als der Falkenblick Dietrichs in einem Seiten⸗ gebuͤſche ein kniendes Frauenzimmer entdeckte, daß, ſo bald es die Reiter gewahr ward, ſich ſchnell erhob und im Begriffe ſtand, nach dem Schloſſe zu eilen.
„Dort ſchickt uns der Himmel ſelbſt eine Bothinn an die Mutter!“— rief Dietrich aus, und ſprang augenblicklich vom Pferde. Auch Graf Carl uͤberließ das ſeinige dem Reitknechte, und folgte ſeinem Bruder auf dem Fnße.
Das junge Frauenzimmer, ob wohl uͤberraſcht und etwas aͤngſtlich, wandte ſich mit unbeſchreib⸗ licher Anmuth nach den ihr nacheilenden An⸗ koͤmmlingen. Ihre Wangen ſchienen hoͤher zu erroͤthen, als die Noſenknospen an ihrem Buſen; ihre dunkeln, von Thraͤnen verſilberten Augen glichen den Veilchen, wenn der Thau des Mor⸗
gens in ihrem Kelche blitzt. DBeyde Bruͤder, ob ſchon des Umganges mit den vorzüglichſten Schoͤnen fremder Hoͤfe nicht uungewohnt, fuͤhlten eine nie empfundene Beklom⸗ maenheit; ſie begruͤßten die junge Dame ſtillſchwei⸗ gend, doch mit einem Blicke, der jedem andern
Mldchen, nur dieſer unſchuldvollen Heiligen
nicht, die Bewegungen ihres Herzens deutlich verrathen haͤtte.
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