hervorgehende Sanftmuth, die tiefe Verehrung, welche ſie ihrer muͤtterlichen Freundinn erwies, die zärtlichen Soͤhne auf das vollkommenſte uͤber⸗ zeugte, daß, wenn etwas Sophien uͤber die bevor⸗ ſtehende Trennung troͤſten, und ihre Abgeſchie⸗ denheit freundlich verſchoͤnern koͤnne, es der Um⸗ gang mit dieſem ſo ganz, wie fuͤr ſie geſchaffenen jungen Frauenzimmer ſeyn werde. Sie ſuchten daher alles hervor, was ſich ihnen nur darboth⸗ dem Fraͤulein ihre innigſte Dankbarkeit an den Tag zu legen, und belegten ſie mit den ſchmei⸗ chelhafteſten Nahmen, unter welchen der Schwe⸗ ſternahme allen Theilen der reitzendſte ſchien. Dann traten ſte, begleitet von Mutterſegen und Mutterthraͤnen, in welche die neue Schwe⸗ ſter wehmuͤthig laͤchelnd die ihrigen miſchte, ihre
Aeiſe nach Frankreich, Holland und Eng⸗
land an. Sie brachten in dieſen Laͤndern einige Jabre zu, erwarben ſich an allen Hoͤfen, die ſie boeſuchten, die Gunſt der Regierenden und den Beyfall der Damen, fanden, ihrer Kenntniſſe und gefaͤlligen Sitten halber, bey den ausgezeichnete⸗ ſten Maͤnnern wohlwollende Aufnahme, und kehrten endlich, geſtaͤrkt an Seele und Leib, be⸗ reichert mit einem Schatze mannigfaltiger Erfah⸗ erungen, durch den vorauseilenden Ruf als die edelſten Cavaliere und eintraͤchtigſten Bruͤder auf
a⸗ vortheilhafteſte angeküͤndigt, in das, damabls


