Teil eines Werkes 
2. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8 eygeſetzt.

7

Die Burggraͤfinn beſchloß nun die Ausfuͤh⸗ rung des ſchon fruͤher geaͤußerten Vorſatzes, ſich auf ein angenehm gelegenes Erbgut, wo nebſt mehrern Burggrafen auch drey ihrer Soͤhne be⸗ graben lagen*), in den Schooß der Einſamkeit zuruͤck zu ziehen. Die vierzehnjaͤhrige Tochter ei⸗ ner kuͤrzlich verſtorbenen Freundinn, deren Vater ſich als Geſandter in London aufhielt, Maria Freyinn von Schwerin, aͤußerte den Wunſch, die ſtillen Freuden des Landlebens unter ihrem Schutze zu genießen, und Sophie hieß ſie als eine ihr vom Himmel geſchenkte Troͤſterinn mit Freu⸗ den willkommen.

Nun erſt fühlte ſich das Herz der beyden jungen Grafen voͤllig erleichtert; nun erſt erga⸗ ben ſie ſich uneingeſchraͤnkt dem Vergnuͤgen uͤber die bevorſtehende Reiſe, von welcher ihre Fan⸗ taſte ſich unendlich viel verſprach; denn ſte konn⸗ ten ja die theuere Mutter in der erheiternden

Geſellſchaft, unter der liebreichen Pflege eines

edlen weiblichen Weſens hinterlaſſen, deſſen Herzensguͤte allgemein geruͤhmt ward! Aber die Beruhigung, die ſie hieruͤber empfanden, ging in lante Freude, in nicht zu verbergendes Entzüͤcken

über, als die Erwartete ankam, und ihre holde

Geſtalt, ihre aus jeder Miene und Bewegung 3 » Ihr Gemahl, Chriſtian Abeee, wurde in dn Güſten