201 nes Gemahls. Betrachten Sie dieſes junge Mäd⸗ chen, es iſt mit dem Grafen Zubow verlobt— ohne Ihre Großmuth wird deſſen ganzes Lebensglück zer⸗
ſtört.“
Alexander warf einen zweiten wohlwollenden Blick auf Anna und in ſeinem Geſicht gab ſich ein Schwan⸗ ken kund.
„Unſere Friederike, unſere vom Schickſal ſo hart betroffene Schweſter erbittet die Begnadigung als einen wohlverdienten Lohn für das treue Aushalten dieſer jungen Dame in den Tagen bittern Leides. Werden Sie dieſe Bitte unſerer vielgeliebten Friederike verſagen?“
„Wenn ich Zubow auch ſeine Betheiligung an einem verbotenen Bunde verzeihen wollte“, antwortete der Kaiſer,„ſo vermag ich dies doch nicht hinſichtlich deſſen, was er ſich meinem Bruder gegenüber hat zu Schulden kommen laſſen.“
„Wenn ich es nun aber übernehme, auch die Ver⸗ zeihung des Großfürſten zu erwirken?“
„Nun, in dieſem Fall will ich dem Grafen meine Gnade nicht entziehen.“
Ein lauter Ausruf der Freude entfloh den Lippen der Kaiſerin.
„Ich wußte es wohl“, rief ſie,„Ihr Herz iſt zu


