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haben, dieſen Dank, wie es mir verſprochen wurde, einzulöſen?“
„Geben Sie“, rief Eliſabeth und griff haſtig nach dem Schreiben. Sie erbrach es und bald vertiefte ſie ſich in den Inhalt deſſelben. Häufig zuckte es ſchmerz⸗ lich über ihr Geſicht und mehr als einmal füllten ſich ihre Augen mit Thränen.
„Meine arme Friederike“, rief ſie endlich, als ſie den Brief geleſen hatte.„O könnte ich bei Dir ſein und Dich in meinen Armen tröſten, meine unglückliche Schweſter! Ach glauben Sie mir, Fräulein Jön⸗ ſon, in ſolchen Augenblicken fühlen ſelbſt die Mächtig⸗ ſten der Erde, daß ihre Macht gegen die Gewalt des Schickſals nur ein Schein iſt! Doch Sie, gutes, liebes Kind, ſollen durch die Vermittlung dieſer erhabenen Dulderin nicht umſonſt meine Fürſprache angerufen haben. Kommen Sic, ich werde Sie zum Kaiſer füh⸗ ren und dort meine Bitten mit den Ihrigen ver⸗ einen.“
Eliſabeth winkte unſerer Bekannten und ſchritt der⸗ ſelben durch eine Reihe von Gemächern voran. Endlich blieb ſie vor einer Thür ſtehen und klopfte leiſe. Alexander, bei welchem ſich ſchon damals der Hang zur Einſamkeit bemerkbar machte, der ſich ſpäter noch verſtärkte, hörte dieſes Klopfen, und wohl wiſſend, daß


