Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Frau in ihrer jugendlichen Friſche und ihrer beſcheide⸗ nen Haltung einen ſehr günſtigen Eindruck zu machen. Die großen ſeelenvollen Augen Eliſabeth's ruhten mit Wohlgefallen auf dem jungen Mädchen, welches ſich jetzt tief und achtungsvoll verbeugte, und huldvoll winkte ihr die Kaiſerin, näher zu treten.

„Seien Sie mir willkommen, mein liebes Kind“, ſagte ſie mit ihrer klangvollen Stimme,„doppelt will⸗ kommen, da Sie mir über meine theure Schweſter Frie⸗ derike Auskunft zu geben vermögen. Sie waren Hof⸗ fräulein bei derſelben?“

„Zu dienen, Majeſtät!“

„Und haben ihr bis zum letzten Augenblick die Treue bewahrt?“

„Ihre Majeſtät war eine Heilige. Wer hätte ſie wohl in Ihrem Schmerz verlaſſen können!“

„Und doch hat ſie ein ganzes Volk verlaſſen“, ſeufzte die Kaiſerin, indem ſie den Blick zu Boden ſenkte. Bald aber blickte ſie wieder unſerer Bekannten liebevoll ins Geſicht und fragte mit ihrer melodiſchen Stimme:

„Sie haben mir einen Brief von der Königin zu überreichen?“

„Ja, Majeſtät. Es ſollte ein Beweis ihres Dankes gegen mich ſein. Werden Höchſtdieſelben die Gnade