„Sie können ſich darauf verlaſſen, daß ich Ihren Auftrag pünktlich ausführen werde.“
Wir können es füglich unterlaſſen, auf eine nähere Beſchreibung der Reiſe, welche Anna mit ihrem Bruder unternahm, einzugehen, weil dabei nichts Bemerkens⸗ werthes vorfiel. Als die Geſchwiſter in Petersburg angelangt waren, beeilte ſich unſere Bekannte von den Empfehlungsſchreiben, die ſie bei ſich führte, Gebrauch zu machen. Die Kaiſerin, welche bereits manche Thräne über das tragiſche Geſchick ihrer Schweſter geweint hatte, war hoch erfreut, als ſie hörte, daß ein Hof⸗ fräulein derſelben, welches bis zum letzten Augenblick bei ihr ausgeharrt, mit einem eigenhändigen Briefe von ihr eingetroffen ſei. Sie beſtimmte ſofort den Tag der Audienz zu Zarskoe⸗Zelo, dem fünf und eine halbe Meile von Petersburg entfernten Luſtſchloß, wo ſie ſich gerade mit Alexander befand, und Anna be⸗ eilte ſich, ſich zur feſtgeſetzten Stunde pünktlich einzu⸗ ſtellen.
Als unſere Bekannte vor Eliſabeth geführt wurde, erſtaunte ſie über die große Aehnlichkeit der beiden Schweſtern. Dieſelbe Anmuth, dieſelbe Liebenswürdig⸗ keit, durch welche ſich die Königin von Schweden alle Herzen gewonnen hatte, waren auch der Kaiſerin von
Rußland eigen. Aber auch Anna ſchien auf die hohe 13*


