Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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„Ich werde ſelbſt nach Petersburg gehen, um meine Angelegenheiten zu betreiben“, ſagte Zubow.

„Das werden Sie bleiben laſſen, ſolange ich noch einigen Einfluß auf Sie auszuüben vermag“, rief Anna mit einer Haſt, welche deutlich ihre innere Un⸗ ruhe verrieth.„Noch ehe Sie Gelegenheit hätten, zur Audienz bei der Kaiſerin zu gelangen, würden Ihre Feinde ſich Ihrer bemächtigt haben, und wie es vielen Andern vor Ihnen ergangen iſt, ſo würde es auch Ihnen ergehen, das heißt, man würde byzantiniſche Juſtiz an Ihnen üben und Ihnen ein ſchreckliches Loos bereiten, denn in einem Lande, wo das Recht nur eine Gnade des Kaiſers iſt, fehlt es hierzu an Mitteln und Wegen nicht.“

Der Graf ſenkte den Kopf.„Sie mögen Recht haben, aber dennoch—“

„Dennoch werden Sie hier bleiben“, fiel das junge Mädchen ein.„Ich habe bereits Jemand beſtimmt, welcher ſtatt Ihrer die Reiſe antreten ſoll.“

„Vielleicht Olof?“

„Nein, ich ſelbſt. Die Kaiſerin Eliſabeth iſt eine Frau wie ich, und wenn es ſich um Herzensangele⸗ genheiten handelt, ſo verſtändigen ſich dieſe unter ſich am ſchnellſten. Ueberdies hat mir die Königin den Brief perſönlich eingehändigt und ich erachte es

v. Keſſel, Petersburg und Stockholm. II. 13