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merjunker dem König die reine Wäſche, worauf dieſer aufſtand und in Gegenwart aller das Hemde wechſelte. Sobald er mit dem Kopf durch daſſelbe gekommen war, nickte er den ſich tief Verneigenden wohlwollend zu und ſagte, indem er einen muſternden Zlick auf dieſel⸗ ben warf:„Guten Morgen meine Herren!“ Als dieſe Begrüßung ſtattgefunden, forderte Guſtav Adolf ſein Waſchbecken, welches ſofort der„garçon bleu“, ein unadliger Page, dem anweſenden Kammerherrn nebſt einer Kanne in Emaille reichte. Dieſer hielt nun den Waſchnapf dem König hin, während ein Kammerjunker auf einem emaillirten Teller ein Stück wohlriechende Seife präſentirte. Nachdem die Ceremonie des Wa⸗ ſchens beendet war und Guſtav ſich an dem von dem Reichsmarſchall dargebotenen Handtuch die Hände ge⸗ trocknet hatte, fuhr er in die von einer Anzahl Pagen in Bereitſchaft gehaltenen Kleider und ſtand nun völlig angezogen vor den zu ſeiner Begrüßung erſchienenen Hofleuten.
„Guten Morgen, meine Herren“, wiederholte der König nochmals, indem er nun dem Halbkreiſe, welchen die Aufwartenden bildeten, einen Schritt näher trat; nich freue mich, daß Sie ſich ſo wohl befinden, wie dies bei mir ſelbſt der Fall iſt.“
„Eurer Majeſtät Geſundheit iſt für uns das theuerſte
v. Keſſel, Petersburg und Stockholm. II. 2


