tern Bemerkungen durch einen dienſtthuenden Kam⸗ merherrn unterbrochen. Dieſer öffnete plötzlich die
Thür des königlichen Schlafgemachs und der Hofmar⸗
ſchall von Silfverſparre rief vortretend mit lauter Stimme:
„Meine Herren, der König wechſelt das Hemde!“
Bei dieſen Worten, welche eben nur verſtändlich ſind, wenn man das damals am ſchwediſchen Hofe be⸗ ſtehende Ceremoniel ins Auge faßt, verbeugten ſich die Anweſenden und begaben ſich dann in das Schlafge⸗ mach des Monarchen, wo ſie ſich, einen Halbkreis bil⸗ dend, in der Nähe des Kaminfeuers aufſtellten.
Guſtav IV. war damals dreißig Jahre alt, ziemlich groß, ſchlank und wohlgebaut und hatte ein langes, regelmäßiges Geſicht, eine gerade Naſe und eine flache Stirn. Aber der vortheilhafte Eindruck, welchen ſeine äußere Erſcheinung hervorrief, wurde durch die Steif⸗ heit in ſeinem Weſen und durch die Strenge und Härte, welche in ſeinem Geſicht hervortrat, bedeutend abge⸗ ſchwächt. In dieſem Augenblick ſaß er in Strümpfen, Pantoffeln und Beinkleidern neben ſeinem Bett, deſſen Baldachin und Vorhänge, ſowie die Tapeten und Mö⸗ belüberzüge des Zimmers aus rothſeidenem, mit golde⸗ nen Blumen durchwirktem Zeuge beſtanden. Als die Eintretenden ſich aufgeſtellt hatten, überreichte ein Kam⸗


