Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

„Nun, was ſoll das? Es iſt ja ziemlich allgemein bekannt, daß ich mit Fräulein d'Ecars ſo gut wie ver⸗ lobt bin.“

„Und es iſt auch allgemein bekannt“, fiel der An⸗ dere ein,„daß die Dame arm iſt, während Sie uner⸗ meßlich reich ſind.“

„Nun ja. Das gehört indeſſen nicht hierher.“

„Allerdings gehört es hierher. Wenn man, wie Sie, der in den erſten fürſtlichen Familien Rußlands ſeine Gattin ſuchen könnte, es dennoch vorzieht, lediglich der Neigung ſeines Herzens zu folgen und allen Vortheilen einer hohen Verbindung zu Gunſten eines zwar bezaubernd ſchönen, aber doch gänzlich mit⸗ telloſen Mädchens zu entſagen, ſo werden Sie mir darin wohl Recht geben, Herr Graf, daß dieſes letztere ſo viel Dankbarkeit beſitzen muß, um nicht mit der Ehre eines Mannes zu ſpielen, welcher den Willen hat, daſſelbe ſo hoch emporzuheben.“

„Herr“, rief der Major und biß die Zähne zuſam⸗ men,„Sie läſtern Jemand, den ich anbete und deſſen Ruf bisher fleckenlos war!“

„Ich habe Ihnen ja ſchon bemerkt, Herr Graf“, erwiderte der Andere mit einer faſt demüthigen Ver⸗ beugung,„daß mich lediglich die Dankbarkeit gegen Sie hierher geführt hat.“