167
ſie feſt an ſeinen Buſen drückte und ausrief: „Gott ſei gelobt, daß ich Dich lebend wieder⸗ finde.“
Mit angeſtrengter Kraft riß Bertha ſich aus des Jünglings Armen los und ſchreckte ihn mit einem Blick voll Wehmuth und Un⸗ willen zurück.„Fliehe!“ ſeufzte ſie nund laß mich ruhig ſterben, ſo will ich Dir ver⸗ zeihen! Daß Du dem Böſewicht entdecken mußteſt—— doch will ich ſchweigen und ver⸗ zeihen; denn unmöglich konnte es Deine Ab⸗ ſicht ſein, mich durch Schmach und Schande ſo grenzenlos elend zu machen. Noch einmal aber bitte ich Dich, mich ſchleunig zu verlaſſen, dieſes iſt das Letzte, was Du mir und Dir ſelbſt ſchuldig biſt.
In ſprachloſem Erſtaunen wankte Veit zurück.„Was höre ich?“ rief er endlich aus, „meine Bertha ſpricht in Phantaſieen, ſo hart iſt ſie erkrankt!“
„Treibe nicht mit der Wahrheit Spott,“ nahm der Graf das Wort,„Du kamſt in einer ernſten Stunde.— Doch ich erſtaune,


