Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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Ruhe; denn ſehet ſelbſt, nach drei langen Lei⸗ denstagen erquickt ſie jetzt zum erſten Male der Schlaf. Sie leidet viel, doch iſt es nicht ſowohl eine Krankheit, die ihr an dem Leben naget, als vielmehr geheimer Seelenſchmerz und Gewiſſensbiſſe.“.

Leiſe trat der Graf an das Lager der Kranken, und tief gerührt erblickte er hier in der Armen ein lebendiges Bild des tiefſten Seelenkummers. Verwiſcht war jede Spur von den Reizen, die noch vor kurzem Bertha ſchmückten. Bleich und entſtellt war ihr Ge⸗ ſicht, die blühende volle Wange war abgezehrt,

und hingeſchwunden waren die Roſen, die

darauf glühten. Tief eingeſunken war ihr ſchönes Auge, und ſchien jetzt wie von dem Tode ewig zugeſchloſſen zu ſein; zum Aus⸗

druck des tiefſten Kummers war jede Miene

verzerrt, und ihr banges Stöhnen ſogar in ihrem unruhigen Schlummer war ein beredter Zeuge von der ſchrecklichen Größe ihres innern Schmerzes und ihrer Seelenleiden. „Unglückliche!“ ſeufzte der edle Graf voll