Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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Graf ſonſt ſtets gewohnt, ſein Kind am erſten zu erblicken, wenn er von einem Zuge nach ſeiner Burg zurückkehrte, und mit ſteigender Verwunderung vermißte ſie heute ſein umher ſpähender Blick.

Von bangen Ahnnngen erfüllt, ſtellte er ſogleich Erkundigungen nach ihr an, und ein alter treuer Diener gab ihm die Antwort: „Schon ſeit drei Tagen, mein Gebieter, iſt Euere Tochter in dem Nonnenkloſter von St. Klara, und wie man heimlich ſich zuflüſtert, ſoll ſie dort den Schleier empfangen haben. Wir hörten von dieſer Zeit an nichts von ihr, und ſeit eben dieſem Tage, als unſer Fräulein verſchwand, iſt auch Bertha tödtlich krank, und ihre Wärterin ſpricht, daß ſich die Kranke oft in Fieberträumen der ſchwerſten Sünden anklage. Auch Euer Knappe Veit ward von der Zeit an plötzlich unſichtbar, und niemand hat erfahren, wohin er ſo plötzlich mag ge⸗ kommen ſein.“

„Mein Kind im Kloſter, und im Schleier?“ fragte der Graf bleich und mit furchter⸗