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war zu edel und gut, als daß er die Tugend
nicht auch noch in ſeinem Feinde hätte erkennen und deſſen Verdienſten die gerechte Achtung ſchenken ſollen. 5
Durch ſeine weiſe Mäßigung, womit Urach ſo lange den hämiſchen Verſuchen Balduins, ihn zum Zorn zu reizen, auswich, die Ge⸗ laſſenheit, womit er ſeinen Spott ertrug, und die Schonung, womit er ſelbſt im blutigen Kampfe das Schwert gegen ſeinen Beleidiger
zog, bis dieſer endlich durch ſeine ſchnaubende
Wildheit und Wuth dieſe edle Schonung von ſich ſcheuchte und ſich ſelbſt dem Tode weihte, dieſes alles und die edle Reue, die Urach über den Fall des erſchlagenen Feindes äußerte,
hatten ihm das Herz des edeln Conradins
voll Achtung und Freundſchaft geöffnet, und
es um ſo mehr mit Widerwillen gegen die
blinde Rachſucht ſeiner Mutter erfüllt. „Nein,“ ſprach, Conradin zu ſich ſelbſt,
adieſer edle Mann darf kein Spiel in den
Händen eines erzürnten Weibes ſein. Die
Nache iſt allerdings ſüß, aber weit ſüßer iſt


