Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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war zu edel und gut, als daß er die Tugend

nicht auch noch in ſeinem Feinde hätte erkennen und deſſen Verdienſten die gerechte Achtung ſchenken ſollen. 5

Durch ſeine weiſe Mäßigung, womit Urach ſo lange den hämiſchen Verſuchen Balduins, ihn zum Zorn zu reizen, auswich, die Ge⸗ laſſenheit, womit er ſeinen Spott ertrug, und die Schonung, womit er ſelbſt im blutigen Kampfe das Schwert gegen ſeinen Beleidiger

zog, bis dieſer endlich durch ſeine ſchnaubende

Wildheit und Wuth dieſe edle Schonung von ſich ſcheuchte und ſich ſelbſt dem Tode weihte, dieſes alles und die edle Reue, die Urach über den Fall des erſchlagenen Feindes äußerte,

hatten ihm das Herz des edeln Conradins

voll Achtung und Freundſchaft geöffnet, und

es um ſo mehr mit Widerwillen gegen die

blinde Rachſucht ſeiner Mutter erfüllt. Nein, ſprach, Conradin zu ſich ſelbſt,

adieſer edle Mann darf kein Spiel in den

Händen eines erzürnten Weibes ſein. Die

Nache iſt allerdings ſüß, aber weit ſüßer iſt