20
voll hoher Wonne durchzitterte ſie jetzt zum
erſtenmale das beſeligende Gefühl reinerer Zärt⸗ lichkeit, die ihr ganzes ſchönes Weſen zu ver⸗ klären ſchien, und veredelt durch das Glück dieſes ſchönen Gefühls rief ſie begeiſtert aus: „Ach Herrmann! dieſer Kuß der reinſten Liebe
und Zärtlichkeit ſei Dir Bürge für das, was
ich empfinde und nicht auszuſprechen vermag,
und Heil mir, wenn dieſe Entſcheidung mei⸗
nes Herzens dem Deinigen genügt!“ Trunken vor Entzücken ſank ſie in ſeine Arme und Herrmann ſchwamm in einem Meere voll Wonne, deſſen Wogen über ihn zuſammen zu ſchlagen ſchienen. Feſt hielt ihn Mathildis umfaßt, ihr Herz ſtürmte dem ſeinigen in feu⸗ rigen Wonneſchlägen zu, fieberhaft glühten ihre bebenden Lippen auf den ſeinigen und in feuriger Umarmung feierten Beide berauſcht
den Wechſeltauſch ihrer Seelen; ihr ganzes
Weſen ſchien ſich in heiße unendliche Liebe aufzulöſen.
„Mein Herrmann!“ ſtammelte endlich Ma⸗ thildis unter ſeinen glühenden Küſſen hervor,


