Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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Mächtig und mit allen Schrecken des Todes

durchbebte den Jüngling der Gedanke, ſich

von Adelheid vergeſſen zu wiſſen, und mehr durch gekränkten Stolz als durch Liebe ſchlug ihn Mathildens Nachricht zu Boden.

So iſt es denn Wahrheit, was ich kaum zu fürchten wagte, rief er beklommen voll Zorn und Schmerz aus,ich bin betrogen und verrathen, von ihr, auf deren Treue und unwandelbare Zärtlichkeit ich Felſen bauete? In ihren Blicken wähnte ich ewige Liebe und Beharrlichkeit zu leſen, für ſie zu leiden und zu ſterben wäre ich mit Freuden bereit ge⸗ weſen? ach Gott! und alles dieſes war nichts als ein eitler Traum! Er iſt entflohen, mit

Schrecken wache ich zu der Gewißheit auf,

daß ihre Treue dahin iſt, und daß ſie mit Flatterſinn in den Armen des ſtolzen Urachs die Schwüre vergaß, die mir ihre Treue ver⸗ ſicherten.

Fürchterlich tobte der Sturm ſeiner empör⸗ ten Gefühle in ſeiner Bruſt, bis ſich endlich