12
—
widrigen Geſchick die Stirne. Jedoch wir haben nichts zu fürchten, ſondern alles zu hoffen; denn morgen ſchlägt die Stunde ge⸗ wiß, die mir vergönnt, Euch dieſen Kerker
zu öffnen. Ich habe heute erlauſcht, daß der Abt morgen nach der Wetterburg gehen und
auf mehrere Tage dort verweilen wird, weil dort der Graf Konrad ſeine Tochter morgen
mit Urach dem Wilden vermählen will, und
mit Gregors Entfernung aus dem Kloſter verſchwindet auch jede Gefahr, darum ſeid ruhig und laßt die Liebe für Euch ſorgen.“
Mit einem zärtlichen beredten Blicke riß ſie ſich von Herrmann los und eilte ſchnell hinweg, um den Jüngling in einer fürchter⸗ lichen Unruhe zurückzulaſſen, die ſie durch ihre Nachricht von Adelheids Vermählung in
ſeinem Buſen erregt hatte. Mit innigem Ver⸗
gnügen bemerkte ſie ſein Erbleichen und das
Gemiſch von widrigen Gefühlen, das ihn bei
dieſer Nachricht gewaltſam durchbebte; denn es ſchien ihr dieſes um ſo gewiſſer für ihren Sieg zu bürgen.
—————
—


