Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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ſein Herz höher und ungeſtümer empor, denn mit jedem Pulsſchlage rückte jetzt der Mo⸗ ment des Wiederſehens näher herbei. Welche bänglichſüße und verwirrende Regungen zit⸗ terten durch ſeine Nerven, als endlich ſein lauſchendes Ohr der Tritte leiſen Wiederhall von den Stufen der Treppe herab vernahm, als jetzt die Schlöſſer und Riegel der Kerker⸗ thüre klirrten, die Pforte ſich öffnete und bei dem Schimmer einer Lampe Mathildens Licht⸗

geſtalt die Stufen herniederwallte!

Die reizende Verführerin ſchien alle Kunſt aufgeboten zu haben, um der Fülle ihrer Schönheit neuen hinreißenden Zauber zu er⸗ theilen. Gleich dünnem Nebel umfloß ein leichtes, blendend weißes Nachtgewand den ſchönen Körper, das jede leichte Bewegung deſſelben ſchwatzhaft verrieth, und in ſchwel⸗ geriſchen Locken wiegte ſich ihr braunes Haar auf dem ſchönen Buſen, der in üppiger Fülle unter den leichten Ringellocken mächtig empor⸗ wogte. Ihr Geſicht, ihr Ganzes war von einer ätheriſchen Glorie umfloſſen, die mit