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ſtimmter Vorſatz, und von dem Wechſeldrange
zwiefacher Leidenſchaft beſtürmt, kämpfte er
kraftlos, gleich einem Schwimmenden in den
empörten Wellen, mit den Wogen, die in ihm
tobten und ihn immer tiefer in die Flut
hinab zu tauchen ſchienen. In dieſem Kampfe mit ſich ſelbſt ſchliche
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dem Jünglinge langſam und voll banger Angſt
die Stunden des Tages vorüber, und ſchon nahete die Nacht, ohne daß er einen Entſchluß faſſen konnte. Die Sehnſucht nach Mathil⸗ 3 den, die Hoffnung, ſie wieder zu ſehen, füllte
mit heißem Ungeſtüm ſeine ganze Seele, und ängſtlich harrend ſah er dem Augenblicke ihrer Erſcheinung entgegen. Endlich ſchlug der dumpfe Schall der Glocken aus der Ferne von oben herab an ſein lauſchendes Ohr, und hob ſein Herz voll feurigem Entzücken empor, da er in dieſem dumpfen Klange das Zeichen 3 erkannte, daß die verſchwiegene Nacht die Welt V über ihm zum Schlummer einlade und der Augenblick nahe ſei, wo er die heiß Erwartete ſehen ſollte. Mit jedem Pulsſchlage hob ſich


