Teil eines Werkes 
3. Bd. (1850)
Entstehung
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unwiderſtehlicher Zaubermacht Herz und Sinne verwirrte, das Lächeln ihres Auges ſchien das belebende Lächeln einer Gottheit zu ſein. Herrmann wagte es kaum, ſeinen Augen zu trauen; denn ſo mächtig auch geſtern der Zauber ihrer Reize auf ihn gewirkt hatte, ſo ſchien doch das, was er geſtern erblickte, kaum der Schatten von dem zu ſein, was jetzt ſeine überraſchten Blicke feſſelte. Er wähnte eine überirdiſche Geſtalt in der Reizenden zu er⸗ blicken, ſein ganzes Weſen ſchien ſich wollüſtig in eine einzige Empfindung aufzulöſen, die mit verrätheriſchem Feuer aus iſeinem Auge flammte. 4 Mathildens ſcharfſichtigem Auge entging der tiefe Eindruck nicht, den ſie auf Herrmann machte, und von Entzücken mächtig beſeelt ſtand ſie da, um ſich an der Gewißheit ihres Sieges zu weiden. Trunken vor Wonne und verloren in ſtummes Anſchauen ſo vieler Schön⸗ heit ſtand Herrmann, und verrieth durch ſeine glühenden Blicke und durch das ſüße Stöh⸗ nen, das ſeiner Bruſt entſtieg, das er beſiegt

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