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Morgens dort empor, rüſte mich, und gieb mir Lanze und Schild. Ich will zu dem edeln Ubald von Kallenberg ziehen. Er iſt ein ed⸗ ler Mann, und wird als Ritter und Freund meinen Bitten eine Zahl von Kriegern nicht verweigern, daß ich nach Sitte und Recht, wie es edeln Rittern ziemt, unſerm Feinde im
offenen Felde Fehde bieten kann; denn ich
will nicht als Mörder den Buben erſchlagen, ſondern in offener Fehde meine Sache gegen
ihn führen, und Gott, der die Unſchuld ſchützt, der des Frevlers Bosheit kennt, richte über mich und ihn und entſcheide.“
So ſprach der Greis, und Herrmanns Buſen ſtürmte in wilden Schlägen von Wurh und gerechtem Grimme empört empor; ſeine Wange glühte und ſein Auge ſchien Funken zu ſprühen, und kaum vermochte er es in dem Drange der ſchrecklichen Gefühle, welche ihm die Bruſt gewaltſam zuſammenpreßten, auf⸗ zuathmen. Noch einmal ſchloß ihn ſein Vater in die Arme, und ſchnell riß ſich dieſer dann von dem geliebten Sohne los, indem er hinaus⸗
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