Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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168 ten Vaterlande trennen und nach dem gelob⸗ ten Lande bringen ſollte. Mit mir zugleich beſtieg das Schiff ein junger Pilger, deſſen Schönheit und liebenswürdige Sittſamkeit ſo⸗ gleich meine Aufmerkſamkeit auf ſich zog, und unwillkürlich fühlte ich mich, ſobald ich ihn erblickte, nach ihm hingezogen; denn die Bläſſe ſeiner Wangen und die Spuren geheimen Kummers in ſeinen ſchönen Zügen ließen mich ſogleich einen Unglücksgefährten in ihm er⸗ kennen. Nichts bindet ſchneller und feſter die Herzen als gegenſeitiges Unglück, wir wurden mit jedem Tage vertrauter gegen einander, theilten uns unſere Leiden mit, und als Brü⸗ der tauſchten wir unſere Herzen voll Liebe gegen einander aus. Die ſanfte Weiblichkeit des jungen Pil⸗ gers, ſeine ſchöne Sittſamkeit und ſein Er⸗ ſchrecken, wenn ich bisweilen noch ſpät am Abend ihn in ſeinem Gemache überraſchte, erweckte und verſtärkte täglich mehr und mehr in mir die Vermuthung, daß dieſes Pilger⸗ kleid vielleicht ein Mädchen verſteckte, und es