168 Blut den glühend heißen Durſt nach Rache in meinem Innern gelöſcht hatlu.
In den flammenden Blicken des Jüng⸗ Üings und auf ſeiner glühenden Wange lag die ganze Feſtigkeit dieſes Entſchluſſes. Wild ſtürmte ſein Buſen empor, und jede Muskel ſchien von Zorn und Rache gewaltſam ge⸗ ſpannt, bis ſich ſeine Heftigkeit in das An⸗ ſchauen des geliebten Bildes verlor, und in die ſanfteren Gefühle banger Wehmuth und Traurigkeit verſchmolz. Mit thränenſchwerem Auge hing ſein Blick an dem Gemälde, und weidete ſich, in ſtilles Anſchauen verſunken, an den holden Zügen der geliebten Mutter.
Sein Vater theilte dieſe wehmüthigen Ge⸗ fühle mit ihm, und ſelne Thränen vereinten ſich mit Herrmanns Thränen auf dem gelieb⸗ ten Bilde.„Sie war mein größtes Glück auf dieſer Erde,— doch ihr iſt wohl! Segen ihrer Aſche!“ rief der Greis aus, indem er ſich die Thränen abtrocknete und in ſeiner Erzählung weiter fortfuhr.„Der Tod öffnete ihr die Behauſungen des ewigen Friedens, um der


