die mir Alles raubten, nur mit meinem Leben hätten rauben können. Dir übergebe ich es, mein theurer Sohn; es iſt das Einzige, was ich Dir zum Erbe hinterlaſſen kann, wenn ich als Bettler und ungerächt ſterben muß.“ Haſtig ergriff Herrmann das geliebte Bild, mit ſüßer Wehmuth hing ſein thränenvoller Blick an deſſen Zügen, und indem er es mit Inbrunſt an ſeine Lippen drückte, rief er aus: „O du, die mich gebar! bei Gott und dieſem Kuſſe gelobe ich dir Rache, blutige Rache an dem Elenden, deſſen Bosheit ſo früh dich würgte und unſer Aller Glück grauſam ver⸗ nichtete! Blicke ſegnend herab auf mich, ver⸗ klärter Geiſt, und ſtähle meinen Arm mit Kraft, daß er das Geſchäft der Rache glück⸗ lich vollende! Tief will ich dieſe Züge meiner Seele einprägen, damit ſie die Erinnerung an all die Schreckniſſe, welche jener Böſewicht über uns häufte, immer lebendig in meinem Innern erhalten, und den Gedanken der Rache zu immer neuer und höherer Gluth entflam⸗ men! Nicht raſten will ich, bis des Mörders Erſte Serie. VII. Band. 11 3
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