Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

152

ſchweigend drückte der gutmüthige Alte ſeinem Weibe die Hand, beſcheiden entfernten ſich

beide, und ein beredter Blick voll Dank folgte ihnen von Rudolph nach.

Der Greis ſetzte ſich an die Seite ſeines Sohnes, und mit geſpannter Erwartung lauſchte dieſer auf die Erzählung des unglück⸗ lichen Vaters.

Schon ſind es zwanzig Jahre, begann Rudolph, vals ich mit Dir zum erſten Mal nach Wien zu dem ſchönen Lanzenſpiel zog, wozu der Herzog viele edle Ritter des Baier⸗ landes eingeladen hatte. Dort ſollteſt Du die Edeln des deutſchen Vaterlandes ſehen, dort wollte ich den Funken Deines Edelmuths in Dir zur Flamme wecken, und den Durſt nach Kampf und Heldenruhm und edlen Thaten in Dir nähren, um alsdann an der Freundeshand des wackern Benedikt die väter⸗ liche Heimath zu verlaſſen, und von ihm ge⸗ leitet, Gelegenheit aufzuſuchen, Deine Kraft

und Deinen Muth zu üben. Mein trautes Weib und Deine Schweſter ließ ich allein auf